Männer, wir müssen reden

Gestern hat eine Freundin meiner Frau zum ersten Mal meinen Blog gesehen. Ein Blick auf mein Kurzporträt, ein paar Überschriften gelesen und dann die Feststellung: “Das lesen wahrscheinlich hauptsächlich Frauen.”

In der Tat! 70 Prozent Frauen, 30 Prozent Männer. Eine Quote, die schon fast Dimensionen erreicht wie im Reitverein, der Yogastunde, dem Kunstgeschichtestudium, der Ausbildung zur Avon-Beraterin (gibt’s die eigentlich noch?) oder zur Tupper-Verkäuferin (oh ja, die gibt’s noch, habe ich gerade beim Blick in den Küchenschrank festgestellt).

Meine Frau sagt, sie habe sich so langsam dran gewöhnt, von wie vielen Frauen ich virtuell geherzt, gedrückt, geknuddelt, geknutscht und mit Herzchen auf Facebook bedacht werde.

Ich auch. Und ich genieße es. Der Hahn im Internet-Korb. Ich liebe es, wie viele Frauen hier (oder in privaten Nachrichten) ihr Leben reflektieren, diskutieren, ihre Geschichte erzählen, spannende Anregungen geben, sich mitreißen lassen, probieren, hinterfragen, zweifeln (vielleicht manchmal zu viel) und offen für neue Wege sind.

Und ihr, Männer? Zum Glück lasst ihr mich nicht ganz allein. Ich ziehe erst einmal meinen Hut vor den 30 Prozent (im Vergleich zu den meisten Yogastunden ein verdammt hoher Anteil). Das heißt immerhin, dass in den vergangenen 2 Jahren rund 22.000 Männer sich auf diesem Blog getummelt haben.

Die meisten eher als stille Mitleser, das weiß ich auch aus persönlichen Gesprächen. Und einige, die hier mal ihre Schutzhülle fallen lassen und offen darüber schreiben, was sie bewegt.

Bin ich zu weiblich?

Nichtsdestotrotz: 30 Prozent bedeutet eine klare Minderheit. Ich höre gerade frühere Weggefährten aus besten Kneipen-Tagen murmeln: “Kein Wunder bei dem Weiberscheiß hier.”

Womit wir bei der entscheidenden Frage wären: Ist der Blog bei Frauen so beliebt, weil die Themen so weiblich sind? Oder weil hier ein Mann ganz offen über Dinge spricht, die andere Männer nicht einmal ihrem besten Freund erzählen würden?

Schließlich ist ein Mann stark. Hat keine Angst. Muss immer kämpfen. Weint nicht. Beschützt und muss nicht beschützt werden.

Ein Mann schreibt Blogs über Technik, Autos, Produktivität, Sport, Whisky und Outdoor-Abenteuer (zum Glück, sonst gäbe es so viele gute Blogs nicht).

Aber er schreibt doch nicht Artikel mit dem Titel “Ich liebe mich (so wie ich bin).” Oder?

Männer, wir müssen reden!

Okay, diese plumpe Aneinanderreihung von Klischees war gerade nicht fair. Werfen wir doch lieber einen Blick auf die Realität.
Ah okay, das sind ja gar keine Klischees. Ich sehe großteils (ob das im Verhältnis 70:30 ist, hat mir das Statistische Bundesamt noch nicht abschließend bestätigt) alt vertraute Rollenbilder, die unserer Eltern- und Großelterngeneration auf Anhieb gut gefallen würden:

Männer, die …

  • als Hauptverdiener und -ernährer ihre 35 oder 40 Berufsjahre herunterreißen, ohne sich mal eine längere Auszeit zu gönnen (nein, eine Woche Malle fällt nicht unter die Kategorie)
  • zielstrebig ihren Karriereweg gehen, dabei immer ein bisschen machtgeiler werden und die Tritte von oben und ihre eigenen Tritte nach unten als völlig normal ansehen
  • 10-mal mehr (Wert nach oben beliebig variierbar) Zeit und Geld in ihre Autos und technischen Geräte stecken als in ihre Gesundheit und Ernährung
  • ihre Angst und Unsicherheit fortlaufend mit Alkohol kaschieren
  • wesentlich mehr darunter leiden, wenn ihr Fußballclub verliert, als dass sie all ihre Träume nach und nach unter den unausweichlich scheinenden Lebenszwängen begraben müssen (oder es schon lang getan haben)
  • lieber in der Öffentlichkeit zugeben würden, die Frau ihres Chefs flachgelegt zu haben als dass sie jeden Morgen in der U-Bahn vor Angst ein Hemd durchschwitzen und sich vor Arbeitsbeginn im Büroklo umziehen müssen.
  • selbst dann noch sagen “Läuft!”, wenn der Gerichtsvollzieher gerade die teuren Möbel aus dem Haus tragen lässt und Frau mit Kindern schon das Weite gesucht haben
  • glauben, dass die Wissenschaft die Bibel ist, Yoga ein Kind des Teufels, Bio-Gemüse etwas Unnatürliches, mit dem die Menschheit ausgerottet werden soll und Currywurst mit Pommes eine adäquate Mittagsmahlzeit für einen produktiven Arbeitstag.

Ist das lustig? Ne, echt nicht.

Was also tun, Männer? Wenn du diesen Artikel liest, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass du nicht ganz in dieses Rollenbild passt.

Und trotzdem kein Jammerlappen bist, der jeden Sonntag Rosamunde Pilcher im ZDF sieht, Synchronschwimmen als Lieblingssportart hat und nur noch in Männergruppen seine großen und kleinen Probleme beweint (wobei das so als Experiment eigentlich ganz interessant klingt).

Sondern wahrscheinlich einer bist, der keine Lust auf die Abziehbilder des Lebens hat. Der gerne mal wirklich hinhört, wenn es um seine eigenen Themen und die seiner Freunde geht und ehrlich nachfragt. Der sich mehr Gedanken über seine Einstellungen, Verhaltensweisen und Gefühle als über die taktische Aufstellung seines Lieblingsteams macht. Der neugierig auf das Leben ist und keine Lust mehr auf vorgefertigte Antworten hat.

Und vor allem keiner, der die ganze Zeit wie ein Gorilla herumhüpft, laut schreit und sich dabei auf die Brust klopft.

He, Männer, wir sind keine Affen mehr und müssen auch keine wilden Tiere mehr jagen, um zu überleben.

Wäre es nicht langsam an der Zeit, uns und unsere Verhaltensweisen zumindest ein wenig an die Gegebenheiten der heutigen Zeit anzupassen?

Warum müssen wir ständig alles so unfassbar wichtig nehmen? Uns ständig aufplustern und übertrumpfen, bis wir vor lauter Business- und Machtgeilheit kaum mehr laufen können?

Warum können wir nicht einfach über die meisten Dinge lachen, die uns tagtäglich passieren und beschäftigen, weil sie im Vergleich zur Größe der Welt und dem Wunder des Lebens schlicht und ergreifend lächerlich sind? Wer das nicht glaubt, findet ziemlich viel beeindruckende Literatur dazu. Unter anderem das großartige Interview, das der kürzlich gestorbene Guido Westerwelle im November 2015 dem Spiegel gegeben hat.

Männer und ihre Angst vor dem Neuen

Meine These aufgrund eigener Erfahrung und früherer Verhaltensweisen ist: All die Wichtigtuerei rund um den Beruf gibt uns Männern die Sicherheit, dass wir jemand sind (“Ich bin Redakteur. Ich bin Rechtsanwalt. Ich bin Lehrer.”).

Damit ersparen wir uns nervige Fragen danach, was wir wirklich sind bzw. was uns bewegt. Und was wir mit all der vielen Zeit anfangen würden, die da wäre, wenn wir unsere Jobs nicht mehr hätten und trotzdem genug Geld zum Leben da wäre.

Antworten auf diese Fragen gibt es in den seltensten Fällen beim bierseeligen Stadionbesuch und auch nicht beim wöchentlichen Abteilungsmeeting.

Für derlei Erkenntnisse muss ich einmal etwas in Sachen “innere Reise” riskieren, Neues ausprobieren, mich öffnen und über kurz oder lang anerkennen, dass es neben meinem vorgefertigten Bild von der Welt noch ziemlich viele andere und sehr bunte Bilder gibt.

Ich behaupte, dass die meisten Männer im Gegensatz zu vielen Frauen nicht den Mut dazu haben, einmal hinter die Kulissen zu blicken und sich auf spannende Entdeckungsreisen zu begeben.

Dabei ist so viel herrliches Neuland in Sicht, wenn wir uns nicht mehr hinter den lieb gewonnen Schutzmauern verstecken, sondern uns öffnen. Nach innen und nach außen. Für mich beginnt echte Stärke da, wo ich Schwäche zeigen kann – und mir trotzdem oder gerade deshalb meine Männlichkeit bewahre.

Positiver Nebeneffekt: Gespräche mit der Partnerin können dadurch ein ganz neues Niveau erreichen. “Hast du auch an die Butter gedacht?” muss damit nicht mehr der Höhepunkt der täglichen Kommunikation sein.

Knacken wir die 30-Prozent-Marke?

Nochmal zurück zur Freundin meiner Frau. Sie ist gestern zu einer 16-tägigen Pancha Karma-Kur im Allgäu gefahren, einer intensiven Reinigungs- und Ausleitungskur für Körper und Geist. Im Vorjahr war sie auch schon dort und hat uns von dem intensiven Prozess, der dadurch in Gang kommt, vorgeschwärmt.

Wie viele der 7 Teilnehmer letztes Jahr dort Männer waren, wollte ich von ihr wissen. Die Antwort war 2. Irgendwas muss an dieser 30-Prozent-Quote dran sein …

Und liebe Männer, wer traut sich den Text an einen Freund weiterzuleiten, der diesen mal dringend lesen sollte? Oder welche der Frauen legt den Artikel ihrem Mann als Frühstückslektüre hin? Ich freue mich auf deinen Kommentar zu dem Thema – heute noch mehr als sonst.

Foto: Unsplash.com

29 Kommentare

  1. Veröffentlich von Gebs am 20. März 2016 um 21:57

    Hallo Mischa,
    dann fang ich (männlich) halt mal an…
    Obwohl ich persönlich ein richtig grosser Fan Deines Blogs bin, würde mir spontan lediglich ein Mann einfallen, dem ich Deinen Link zusenden könnte und dem ich zutrauen würde, dass er ebenfalls interessiert wäre.Leider nur einer, muss ich dazusagen…
    Ich denke den meissten Männern sind solche Themen fremd.Ob Sie diese Themen nun wirklich nicht im eigenen Leben vorfinden, oder ob nur nicht darüber gesprochen wird (werden möchte)??? Ich weiss es nicht.
    Meiner Erfahrung nach sprechen Männer über Themen wie Angst,Probleme usw nicht oder nur unter sehr speziellen Bedingungen .Dazu bedingt es sicherlich langer und intensiver Männerfreundschaft.
    Jedenfalls ist an dieser Quote sicherlich was dran.Frauen scheinen da sehr viel mehr empfänglich zu sein oder gehen damit einfach offener um.
    Ob es jemals 50/50 sein wird?? Ich glaub nicht.Unter anderem begründet aus Erziehung,Genetik, geschlechtsspezifische Merkmale und vielem anderen mehr.
    Trotzdem Glückwunsch an alle Männer, die sich an diese anscheinend eher weiblichen Domäne herantrauen und Deinen tollen Blog lieben-hehehe
    LG Gebs

    • Veröffentlich von Mischa am 21. März 2016 um 9:44

      Hi Gebs,

      ja, ich denke, du hast das Thema sehr gut auf einen Punkt gebracht. Ich weiß, dass viele Männer tief innen Dinge haben, über die sie liebend gerne einmal sprechen möchten, aber aus Angst davor, ihre Schutzhülle zu verlieren, das niemals tun. Ging mir ja genauso. Selbst meinem ersten Therapeuten habe ich nur die Teile erzählt, die mir genehm waren. Wie befreiend, als dann in der Klinik der Knopf aufging und ich endlich ALLE Themen auf den Tisch legen konnte.

      Ich weiß, dass ich mit meinem Blog nicht die (Männer-)Welt umdrehe. Trotzdem ist jeder Impuls bestimmt besser als kein Impuls. Wie heißt es so schön: Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich still und leise – und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.

      Auf viele gute Gespräche!

      Liebe Grüße
      Mischa

    • Veröffentlich von Ildiko am 22. März 2016 um 16:46

      Ich finde es super, dass sich wenigstens zu diesem Artikel als erster ein Mann gemeldet hat und auch sonst, 7 Männer zu 3 Frauenkommentaren, das ist doch schon mal ein Anfang.

      Ob es jemals 50:50 werden, wer weiß, sicherlich ein langer Weg dahin, wie es auch ein langer Weg sein wird, dass eine Frau in einem “Männerberuf” aus einem Selbstverständnis heraus ein gleiches Gehalt bekommt, wenn sie denn die gleiche Qualifikation hat.

      Die Emanzipation hat uns schon eine ganze Menge gebracht, zumindest in der westlichen Welt, doch auch hier sind wir noch lange nicht am Ziel angelangt. Und dazu gehört eben auch, dass auch Männer ihre “weibliche” Seite bewusster und angstfreier zeigen dürfen sollen.

      Und wenn ich jetzt hier “weibliche” und “männliche” Seite eines Menschen sage,
      dann meine ich das gar nicht abfällig, sondern kein Mensch ist entweder/oder sondern wir alle sind sowohl/als auch.

      Ein Mann darf gern zu 60% männlich sein, aber warum nicht die 40% die “weibliche” Seite ausleben? Damit meine ich Gefühle zeigen, über Ängste reden, weinen, wenn ihm danach ist. Das ist letztlich das, was uns Menschen ausgeglichen macht. Wenn wir nichts verstecken oder unterdrücken müssen, sondern eben alles sein lassen dürfen, was da ist.

      Dir, lieber Mischa, wünsche ich jedenfalls eine Quote, die wenigstens näher an die 50:50 geht, aber wie du schon geschrieben hast, “Hahn im Internetkorb” – man muss eben immer das Positive an der Situation sehen 😉

      • Veröffentlich von Mischa am 22. März 2016 um 20:42

        Liebe Ildiko,

        mir gefällt deine Sichtweise, überall die positiven Dinge zu sehen. Und wenn Frauen schon ihre männliche Seite so herrlich beim Fußball ausleben (aktiv wie passiv), dann dürfen doch die Männer auch gerne mehr von ihrer weiblichen Seite zeigen 🙂

        Weniger entweder – oder, mehr sowohl als auch: Dann wäre uns allen geholfen, da bin ich sicher.

        Liebe Grüße aus dem Internet-Korb kräht
        Mischa

    • Veröffentlich von Stefan am 17. April 2016 um 11:14

      Bin ein Mann, habe die Seite von einem Freund bekommen. Fuehle mich angesprochen, und werde die Seite an einen anderen Freund weiterversenden, weil das Thema mir echt auch unter den Naegeln brennt…

      Weiter so, sehr gut…

  2. Veröffentlich von Robert am 21. März 2016 um 8:34

    Sehr gut Mischa.
    Ich oute mich mal als Yoga- und Meditationsübungs-Gorilla.

    • Veröffentlich von Mischa am 21. März 2016 um 9:49

      Moin Robert,

      haha, ich musste gerade so lachen bei dem Bild, das du damit erzeugt hast. Ansonsten finde ich es klasse, wie du dir mehr Zeit für das eingeräumt hast, was essentiell für dein Glück ist – und möglicherweise irgendwann auch deine Haupteinnahmequelle?
      Und dann geh mal raus und frag rum, was die Leute von einem Mann halten, der freiwillig Teilzeit arbeitet. Oder von ortsunabhängigen Freiberuflern. Wie meine Nachbarin kürzlich sagte: Wo arbeitest du eigentlich – also, wenn du arbeitest 😉

      Liebe Grüße
      Mischa

  3. Veröffentlich von Dieter Brehm am 21. März 2016 um 9:44

    Hallo Mischa,
    ich bin wohl auch ein eher stiller Leser, nicht weil ich mich nicht traute, etwas zu sagen, wohl aber, weil ich nicht immer die Zeit habe, um ausführlich meine Gedanken zu deinen Themen zu sortieren. Das täglich Hamsterrad lässt grüßen…
    Dennoch beschäftigen mich täglich Gedanken, die auch Dich bewegen: Was gibt es neben der beruflichen & freizeitlichen “Lauf”bahn? Wohin “laufen” sie denn alle? Werden wir wirklich zufriedener, wenn wir alle “mitlaufen”? Vergessen wir bei der allgegenwärtigen Fixation auf das Materielle nicht das essentiell Menschliche?
    Und ich finde, diese Themen sind nicht wirklich geschlechtsspezifisch. Auch das Yoga, für das ich mir auch nur einmal wöchentlich Zeit nehme, tut meiner Männlichkeit nicht weh. Das zu sein, was ich in mir drin für richtig und wichtig erachte, dazu braucht’s mehr Männlichkeit, als weiterhin mit Scheuklappen durchs Leben zu rennen; das letzte Hemd hat keine Taschen. VG, Dieter

    • Veröffentlich von Mischa am 21. März 2016 um 9:54

      Lieber Dieter,

      ich freu mich, dass du dir trotz der knappen Zeit einen Moment für den Kommentar genommen hast. Und es freut mich, dass du dir auch Gedanken über das Laufbahn-Thema und alle (oft unangenehmen) Begleiterscheinungen machst. Es stimmt, dass die Themen eigentlich nicht geschlechtsspezifisch sind. Nur das eine Geschlecht redet verhältnismäßig offen darüber, während die Männer lieber im Scheuklappen-Modus bleiben.

      Viel Freude weiterhin beim Yoga und liebe Grüße
      Mischa

  4. Veröffentlich von Moritz am 21. März 2016 um 10:11

    Ich hab es gelesen 🙂

    • Veröffentlich von Mischa am 21. März 2016 um 10:36

      Yippieh! 🙂

  5. Veröffentlich von Anne am 21. März 2016 um 10:32

    Wow,
    wozu meditier’ ich eigentlich noch, wenn du mir auch erklären kannst, wie mein Kopf so tickt ??
    Ich mag ja eigentlich keine Geschlechterdifferenzierung, da ich in kaum eine Frauen-Stereotype passe, aber vielleicht ist der Unterschied, dass Frau gar nicht all das schaffen kann, was an gesellschaftlicher Erwartung an sie herangetragen wird (Kinder, Karriere, Figur, …) und dann ist Frau gezwungen, eine Wahl zu treffen. Für die Männer-Stereotype, die du im Artikel zeichnest, wird man selten kritisiert, sondern eher mündlich und finanziell unterstützt. Da ist es sicher schwerer, den Antrieb zu haben, etwas ändern zu wollen.

    Liebe Grüße
    Anne

    • Veröffentlich von Mischa am 21. März 2016 um 10:41

      Hi Anne,

      interessanter Ansatz das mit dem Zwang zur Wahl und dem Nichtgezwungensein. So habe ich das noch gar nicht gesehen, aber den Gedanken nehme ich gerne in spätere Artikel mit auf.

      Und wenn man so einen Beitrag schreibt, bleibt einem gar nichts anderes übrige, als Stereotype zu zeichnen. Denn ich weiß eh, dass ich damit nicht allen Individuen gerecht werden kann 🙂

      Allerdings bin ich selbst immer wieder erstaunt, wie oft ich das von mir beschriebene Muster auch bei den Männern der Neuzeit sehe und komme mir dann oft vor, wie wenn ich in einen 50er-Jahre-Film zurückgebeamt worden wäre 😉

      Liebe Grüße und weiter entspanntes Meditieren
      Mischa

  6. Veröffentlich von Anja Reiche am 21. März 2016 um 12:23

    Lieber Mischa, jetzt gibt es erstmal wieder ein Herzchen und einen Knuddler von einer 70%-Quoten-Frau! 😉 ❤ Ich habe das Glück einen von diesen 30%-Männern seit mehr als 7 Jahren meinen Partner zu nennen und ich danke Gott jeden Tag dafür! Weiterhin darf ich einen dieser Gattung zu meinen allerbesten Freunden zählen. Und tatsächlich kenne ich einige Männer, die ebenfalls einen sehr persönlichen Blog schreiben. Ich kann nur sagen, dass tiefgründige Gespräche mit solchen Männern verbunden mit derben Witzen, Fußball gucken, rülpsen und dem PS-starken Traumauto einfach unbezahlbar sind (und diese Aufzählung nehme ich durchaus auch für mich in Anspruch ;)) . Es gibt nicht das entweder oder, sondern das und. Wer sich seiner weichen Seite öffnet, verliert die starke deswegen nicht. Wer sich dem weiblichen Prinzip öffnet, verliert nicht das männliche. Frauen wie Männer tragen beide Seiten in sich. Wer es schafft, diese beiden Seiten gleichermaßen zu leben, zu lieben, zu akzeptieren, zu zeigen, der ist wirklich in Balance! So sehe ich das zumindest. Die Mischung machts…
    Ich danke dir für deinen Mut! Immer und immer wieder! ❤
    Anja

    • Veröffentlich von Mischa am 21. März 2016 um 16:00

      Hi Anja, du Glückspilz 🙂

      Das ist großartig, dass du dir die richtigen Männer in dein Leben gezogen hast – aber ich hatte von dir auch nichts anderes erwartet 😉

      Das von dir angeschnittene Thema weiche und harte Seite ist sehr wichtig. Danke für die Erinnerung, das wollte ich ursprünglich im Artikel noch weiter ausführen. Ich liebe es auch, in der Südkurve des Millerntorstadions zu stehen, ein Astra in der Hand und “Das Herz von St. Pauli” zu grölen – und wenn es sein muss auch mal zu rülpsen (danke für deine Beichte, ich musste gerade so lachen).

      Ganz lieben Dank für deinen wunderbaren Kommentar und ich knuddel mal wieder schön zurück.

      Alles Liebe
      Mischa

  7. Veröffentlich von Thomas S. am 21. März 2016 um 12:32

    Lieber Mischa
    Nicht falsch verstehen, aber die Pancha Karma-Kur im Allgäu… für 16 Tage würd ich jetzt nicht überbewerten.
    Ich habe die Kur jetzt schon zwei mal in Indien für jeweils 4 Wochen gemacht.
    In einem “richtigen” Krankenhaus, nicht in einem Wellness Tempel.
    Das Verhältnis bei den Patienten war 50:50 und es gab viele Männer (auch Inder) mit echten körperlichen Problemen, die ausserdem wie ich auf der Suche waren.
    Dort habe ich, mit Männern und Frauen, tolle Gespräche über Gott und die Welt geführt und neue Freunde gefunden. Es war sehr inspirierend und hat mir neue Horizonte geöffnet!
    Vielleicht lese ich deshalb deinen Blog 🙂
    Ich würd’s mal positiv sehen: 30% sind doch eine tolle Basis, oder?

    • Veröffentlich von Mischa am 21. März 2016 um 16:04

      Hi Thomas,

      30 Prozent sind sogar eine großartige Basis! 🙂

      Danke für das Schildern deiner Erfahrungen, das klingt sehr spannend. Ich weiß von unserer Freundin, dass auch die Kur hier im Allgäu alles andere als ein Sonntagsspaziergang im Wellnesstempel ist. Das kommt wohl immer auf den Anbieter an. Letztlich ist es aber auch völlig egal, Hauptsache der/die einzelne profitiert davon in dem Maß, wie er/sie es sich vorgestellt hat.

      Ich wünsche dir noch viele weitere große Momente mit tief gehenden Gesprächen und freue mich, dich zu meinen Lesern zählen zu dürfen.

      Liebe Grüße
      Mischa

  8. Veröffentlich von Weltenstürmer Mad am 21. März 2016 um 14:00

    Hi Mischa,

    dachte ich echt nicht, dass Frauen hier im Blog klar dominieren. Interessant 🙂 Auch interessant, dass ein Mann schreibt, was Frauen lesen. Fakt ist doch, dass dieses Männerklischee-Bild nicht mehr gültig ist. Auch Männer finden immer mehr und mehr zu Spiritualität und den wirklich wichtigen Themen im Leben.

    Wir sind eben auch neugierig auf das Leben und haben keine Lust mehr auf vorgefertigte Antworten. Und so wie du es hier geschrieben hast, trifft es zu 100% auf mich zu. Habe mir zwar noch komplett keine Gedanken dazu gemacht wie andere Männer so sind, da ich den ein oder anderen kenne, der nicht nur flach über Autos, Technik, Frauen usw. daher redet. Na ja, ich glaube der Männeranteil wird künftig stark wachsen, denn wir merken immer mehr, dass da noch mehr ist als Karriere und ein repräsentatives Leben als Anwalt, Architekt oder Arzt basierend auf einem schon lange abgelaufenem Idealbild einer Lebensvorstellung, die mit der GenY nun wohl komplett ihrem Untergang geweiht ist und einem Lebensideal weicht, wo endlich der Mensch im Mittelpunkt steht und sich ausleben darf, so wie er will und nicht wie es die anderen ihm einzureden versuchen. Ich hoffe nur diese Entwicklung geht schnell voran, dann musst du oder ich nicht groß Vorarbeit leisten 🙂

    Liebe Grüße,
    Mad

    • Veröffentlich von Mischa am 21. März 2016 um 16:08

      Hi Mad,

      schöne Überraschung, oder? 🙂 Und zugleich hast du schon meinen neuen Werbeslogan: “Ein Mann schreibt, was Frauen lesen wollen.” Weiß gar nicht, wieso mich das an “Dr. Stefan Frank – der Arzt, dem die Frauen vertrauen” erinnert 😉

      Zu deinen weiteren Ausführungen sage ich nur: Ganz meine Meinung. Wir werden immer mehr, und das ist auch gut so. Und Vorarbeiter einer tollen Bewegung zu sein, kann nicht schaden und fühlt sich gut an 🙂

      Liebe Grüße
      Mischa

  9. Veröffentlich von Christoph am 21. März 2016 um 17:43

    Hi Mischa,

    darf ich als Mann dein Blog auch an Frauen weiterempfehlen? 😉

    Spaß beiseite. Leider ist es in der Tat so, dass viele Männer kein “Gefühl” zeigen wollen, um nicht als Verlierer dazustehen. Unsere Gesellschaft will vieles als plüschig und toll darstellen. Aber wehe, ein Mann zeigt mal Gefühle…

    Aber ich bin mir sicher, dass hier viele viele Männer mitlesen, sich aber nicht zu Wort melden (was sie ja auch nicht müssen). Es bleibt die berüchtigte Dunkelziffer.

    Viele Grüße von einem, der doch ab und zu mal seinen Senf dazu abgibt.
    Christoph

    • Veröffentlich von Mischa am 21. März 2016 um 21:33

      Hi Christoph,

      du darfst 😉 Am besten ganz vielen Frauen. Und Männern.

      Dann hoffen wir mal, dass die berüchtigte Dunkelziffer hier richtig hoch ist und ganz viele Männer still mitlesen, die auch mal zu ihren Gefühlen stehen können – oder zumindest auf dem Weg dorthin sind und sich Inspiration abholen.

      Liebe Grüße und mögest du noch oft deinen Senf zu dem Geschehen hier abgeben 🙂
      Mischa

  10. Veröffentlich von Sandro am 23. März 2016 um 23:02

    Lieber Mischa,

    Dieser Text hinterlässt ganz widersprüchliche Gefühle bei mir. (Was völlig ok ist). Ich gehöre zu diesen Männern, die in keines deiner “Klischeebilder” hineinpassen. Ich meditiere und mag Fußball, ich beschäftige mich mit Psychothemen und gehe zu Hardcore Konzerten (was auch Frauen tun), ich bin emotionaler Ansprechpartner für meine Tochter und fluche gerne. Ich bin ein ängstlicher Typ und schlafe im Wald… Das zieht sich quasi durch meine ganze Vita. Ich selber glaube, dass es gar nicht mehr so viele Männer gibt, einseitig sind wie Du beschreibst. Das könnte aber auch an meiner verzerrten Sicht liegen, die ich in dieser Psycho-Welt inzwischen habe.

    Mein Studium hatte einen Männeranteil von 10%. Manchmal weniger. Von 30% kann ich nur träumen… 😉 Die Männer, die ich also durch Studium und Beruf kenne sind vielleicht eine gewisse “Ausnahme”, aber ich glaube sie würden alle Deinen Blog toll finden (Was mich daran erinnert Deinen Blog noch mehr Leuten zu empfehlen…)

    Was ich sagen will: Ich glaube es ist gar nicht so wichtig welches Geschlecht wir haben, sondern vielmehr was wir in unserem Leben wichtig nehmen wollen und ob sich daraus nicht eine Gemeinsamkeit und Gemeinschaft ableitet. Mich kümmert es nicht, ob jetzt so und so viele Frauen oder Männer meinen Blog lesen, sondern wer mit dabei ist und wen ich unterstützen kann. Je mehr desto besser.

    Alles Gute weiterhin und ich freue mich über jeden Mann, der über die Themen schreibt wie Du. Da gibt es muss ich zugeben eine ganz besondere Sympathie, wenn Du verstehst was ich meine 😉

    Sandro

    • Veröffentlich von Mischa am 25. März 2016 um 11:56

      Hi Sandro,

      ich bin bei deinen Ausführungen voll bei dir, bis auf einen Punkt: Ja, ich glaube, dass da ein Stück weit deine verzerrte Psycho-Welt hineinspielt 😉

      Denn ich habe vor dem Schreiben einfach mal verschiedenste Männer vor meinem geistigen Auge agieren lassen, die ich auch diversen Phasen meines Lebens kenne: Jugendfreunde, Studienfreunde, (Ex-)Kollegen, aktuelle Freunde, Verwandte, Bekannte, Nachbarn, Mitpatienten in der Klinik und Männer, mit denen ich ehrenamtlich bei Sportvereinen etc. zusammengearbeitet habe. Plus all die Männer, die ich während meiner 10 Jahre als Sportredakteur kennengelernt habe. Und ehrlich gesagt: Wenn ich da auf eine 30-Prozent-Quote kommen würde, wäre ich glücklich 😉 Sprich, ganz viele der von mir beschriebenen Verhaltensweisen sind bei den meisten der mir bekannten Männern noch hoch aktuell.

      Einziger Unterschied: Die Männer, denen ich in den vergangenen 2 Jahren bei Meditationskursen, auf Yoga-Retreats oder auf verschiedenen Wegen im Internet (Digitale Nomaden, Persönlichkeitsblogger etc.) begegnet bin. Dort war die Quote um ein Vielfaches höher. Wenn ich mich also nur noch in der Blase bewegen würde, käme ich wahrscheinlich zu einem ähnlichen Schluss.

      Und das mir der Quote war halt eine schöne journalistische Spielerei, weil ich natürlich über jeden Leser glücklich bin – ganz egal, ob männlich oder weiblich.

      Liebe Grüße und die Sympathie ist ganz meinerseits 🙂

      Mischa

  11. Veröffentlich von Andreas Ballhausen am 23. Mai 2017 um 15:30

    Hi Mischa,
    ja, du sprichst mir in vielem aus dem Herzen. Bin seit vielen Jahren auf meinem Weg. Bewegt durch einen inneren Impuls zu wachsen , mit altem in Frieden zu kommen.Der Durchbruch kam 3.14 durch meine Initiation bei MKP-Deutschland. Seitdem geht es in meinem Leben nicht mehr ohne authentische Kommunikation unter Männern. In unser jüngst ins Leben gerufenen Männer& Frauen Gruppe lebt dieser Geist jetzt auf und verbreitet sich. Besondere Freude hat mir ein Initiationswochenende (BoysToMen) für Jungs zwischen 12 und 17 gemacht, die ich begleiten durfte auf ihrem Weg in ihr Mannesleben.Es ist so gut zu wissen, das sich immer mehr Männer auf den Weg machen, raus aus alten Strukturen. Danke für deinen Beitrag.

    • Veröffentlich von Mischa am 29. Mai 2017 um 15:13

      Hi Andreas,

      das klingt richtig gut, was du so machst und erlebst 🙂
      Auf uns Männer und die andere Art der Kommunikation!

      Liebe Grüße
      Mischa

  12. Veröffentlich von Uwe Naumann am 6. August 2018 um 20:18

    Mischa! Ein toller Artikel.

    Übrigens: Ursprünglich war der Yoga ja eine Männerdomäne, wenn auch aus einem anderen Grund.

    Als Ergänzung zu den bisherigen interessanten Kommentaren: Wieviel Menschen wenden sich überhaupt den genannten Themen zu? Es ist wohl eher der geringere Teil der Bevölkerung. Und das macht es den Männern nicht unbedingt leichter. Ich erfahre auch immer wieder Verletzungen (u. a. durch Frauen) wenn ich mich öffne und nicht wie von einigen gewünscht mit der Faust auf den Tisch haue.

    Der Mann ist oft noch als der Ernährer angesehen, was viele unter uns enorm unter Druck setzen dürfte mit allem drum und dran.

    Viele meiner Kollegen nehmen Elternzeit in Anspruch. Ein Schritt in die von Dir beschriebene Richtung. Aber die Rollen konsequent tauschen mag wohl dann doch keiner von ihnen. 😉

    • Veröffentlich von Mischa am 7. August 2018 um 7:30

      Lieber Uwe,

      schön, von dir auch hier zu lesen und danke für dein Lob 🙂

      Ich kann nachvollziehen, was du schreibst. Und gleichzeitig ist mir persönlich da ein bisschen zu viel Opferhaltung mit drin. Wie bzw. wie sehr ich mich verletzt oder unter Druck gesetzt fühle, entscheide ja letztlich ich als Mann selbst. Und es ist meine Aufgabe, mich gerade zu machen, für meien Sachen konsequent einzustehen und mich selbst zu stärken (und mein Ego zurückzuschrauben), dass ich über diese “Verletzungen” halt irgendwann nur noch müde lächeln kann und weiß: Das ist das Thema des/der anderen und nicht meins.

      Alles Liebe
      Mischa

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