Flucht aus der Heimat

Eine der größten Herausforderungen des Lebens – wenn nicht gar die größte überhaupt – ist es, seinen Ängsten ins Auge zu schauen. Viele kleine und große Ängste hindern uns täglich daran, unser Leben in all seinen Möglichkeiten auszuschöpfen. 

In der Serie “Nur Mut”, die regelmäßig auf diesem Blog erscheint, befrage ich Menschen, die sich ihren Ängsten in den unterschiedlichsten Bereichen gestellt haben oder stellen, die mutig durchs Leben schreiten. Diese erzählen, wie sie davon profitiert haben und welche Auswirkungen das auf ihr Leben hatte. Zudem kommen auch Experten zu diesem Thema zu Wort.

In Teil 6 der Serie stellt sich Afschin Kamrani meinen Fragen. Der 46-jährige Vater zweier erwachsener Töchter lebt mit seiner Familie in Schwäbisch Hall. 1986 ist er mit 17 Jahren aus dem Iran geflüchtet, hat in Deutschland Versicherungskaufmann gelernt, sich später alle Fähigkeiten eines Grafikdesigners selbst beigebracht und verdient sein Geld zudem noch als Autor und Seminarleiter. Er hat im Ausland in verschiedenen Städten gearbeitet und gelebt. Auf seinem Blog afschin.com gibt er Tipps zu einem einfachen und glücklichen Leben, wie man seinen Perfektionismus ablegt und minimalistisch lebt.

Hallo Afschin, ich bin wirklich glücklich, dass ich dich heute interviewen darf. Die Flucht aus der Heimat ist für viele Menschen traumatisch. Deshalb wusste ich nicht, ob du mit mir darüber reden willst. Umso schöner, dass du ganz schnell eingewilligt hast. Du bist 1986 mit 17 Jahren aus dem Iran geflüchtet. Warum?

Es gab viele Gründe für meine Flucht. Der wichtigste war, dass meine Familie sich für mich und meine Schwester eine bessere Zukunft wünschte. Es gab auch politische und gesellschaftliche Gründe, auf die ich hier nicht eingehen möchte. Ich habe mir vorgenommen, mich um Dinge zu kümmern, von denen ich etwas verstehe, und Politik gehört definitiv nicht dazu. 🙂

In meiner Vorstellungskraft gibt es nichts Schwierigeres, als so eine Entscheidung zu treffen. Wie lange hat der Prozess gedauert, bis du gewusst hast, dass du alles hinter dir lassen und deine Heimat verlassen willst?

Oh ja, das ist eine sehr schwierige und emotionale Entscheidung. Anfangs wusste ich von den Plänen meiner Familie nichts. Eines Tages stand mein Vater vor mir und sagte, dass die Vorbereitungen für meine Flucht getroffen sind und ich das Land verlassen werde.

Er hat mir aber freie Entscheidung gelassen, ich hätte auch nein sagen können! Ich habe so ziemlich genau 60 Sekunden gebraucht, bis ich eine Entscheidung getroffen habe: Mein Gefühl sagte deutlich JA!

Hat es dir nicht das Herz zerrissen bei dem Gedanken daran, dass du möglicherweise Familie und Freunde nie mehr wiedersehen wirst?

An dem gleichen Tag wollte ich mich von meinen Freunden und meiner Verwandtschaft verabschieden, aber das durfte ich nicht. Zu riskant, sagte mein Vater. Es war der Moment, in dem mir bewusst geworden ist, was gerade wirklich passiert. Ich werde all meine Freunde und die Familie verlassen und sie vielleicht nie wieder sehen. Und noch schlimmer: Ich kann mich nicht einmal von ihnen verabschieden.

Es war ein hartes Ereignis in meiner Lebensgeschichte. Diesen Moment und dieses Gefühl werde ich niemals vergessen. Aber das JA war einfach stärker, das unbekannte Leben auf der anderen Seite fühlte sich sehr positiv, kraftvoll und spannend an.

Oh ja, es hat mir das Herz zerrissen, aber nicht sofort. Erst später in Deutschland. Ich habe Jahre damit gekämpft und darunter gelitten.

Kannst du beschreiben, wie die Flucht ablief?

Das würde ein ganzes Buch fühlen, das ich gerade schreibe. Aber ich kann dir die Etappen beschreiben:

Es ging am Anfang alles sehr schnell. Ich hatte gar keine Zeit für Angst und Zweifel. Für diese Dinge war schlicht und einfach gar kein Platz. Ich packte eine blaue Adidas-Tasche mit ein paar Klamotten, etwas zum Essen, und dann ging es auch los. Mein Vater hat mich in der Nähe der türkisch-iranischen Grenze an die Fluchthelfer anvertraut. Von dort aus fuhren wir mit einem LKW direkt an die Grenze.

Dort kamen 4 weitere Personen dazu. Mit ihnen sind wir in der Nacht zu Fuß über die Berge zur nächsten Etappe gelaufen. Es hat circa 14 Stunden gedauert. Insgesamt waren wir 4 Tage zu Fuß, mit Pferden und Autos unterwegs, bis wir in Istanbul angekommen sind. Einen Monat später sind wir von Istanbul nach Berlin geflogen. Und kurz vor meinem 18. Geburtstag war ich in Deutschland.

Es gab viele tolle Begegnungen und kritische Situationen, aber die alle hier zu schreiben, sprengt den Rahmen des Interviews.

Wie viel Angst hattest du, dass ihr erwischt werdet? Und was hätte das bedeutet?

Wenn ich heute auf die Zeit zurückblicke und mir ausmale, was alles hätte passieren können, mache ich mir die Hose voll. Aber damals hatte ich wirklich keine Angst. Es ging alles so schnell, dass ich keine Zeit hatte, mir über die Folgen Gedanken zu machen. Und das war mein Glück und Segen. Etwas in mir hat meine Angst vorübergehend abgeschaltet.

Ich glaube fest daran, dass mein Leben mich hier an die Hand genommen und geführt hat. Ich habe mich der inneren Führung blind anvertraut. Diese Erfahrung hat mein Vertrauen in das Leben enorm gestärkt.

Du hast es zum Glück geschafft und bist nach Deutschland gekommen. Wie war für dich der Neubeginn in einem fremden Land mit fremder Kultur, ohne Sprachkenntnisse und als Jugendlicher auf dich allein gestellt?

Ich war überwältigt von den neuen Eindrücken, und es war am Anfang zu viel zu erledigen und zu lernen. Ich hatte viel Glück und wurde von einer positiven Welle getragen. Ich traf so viele hilfsbereite Menschen, die mir bedingungslos ihre Hilfe angeboten haben.

Ich wollte so schnell wie möglich die Sprache lernen und mit Menschen kommunizieren. Ich wollte ihnen erzählen, warum ich hier bin. Der Blogger-Geist war schon damals in mir 🙂 Mit Hilfe eines Deutschlehrers, den ich zufällig in einem Supermarkt kennengelernt hatte, konnte ich innerhalb kurzer Zeit etwas Deutsch verstehen und mich im Alltag verständigen. Nach 6 Monaten war mein Deutsch dann ziemlich gut.

Und wie ging es danach weiter?

Die erste Zeit war sehr gut. Meine Eltern und meine Schwester sind auch nach Deutschland gekommen. Das hat mich natürlich sehr erleichtert und motiviert. Wir sind von Berlin nach Schwäbisch Hall gezogen, wo wir unser neues Zuhause gefunden haben. Ich besuchte die Schule, um meine Mittlere Reife nachzuholen, und später habe ich eine Ausbildung absolviert.

Afschin Kamrani

Ich weiß von dir, dass du rund zehn Jahre später in ein tiefes Loch gefallen bist und dich deine Flucht wieder eingeholt hat. Wie hat sich das konkret geäußert?

Ja, in dieser Zeit hat mich meine Vergangenheit wieder eingeholt. All die unterdrückten und nicht gelebten Gefühle kamen an die Oberfläche, und ich war total überfordert. Anstatt mich mit ihnen zu beschäftigen, versuchte ich, vor ihnen wegzulaufen, ohne Erfolg.

Gerade solche Themen wie Abschied und Heimat haben mich enorm beschäftigt. Es hat sich im Umgang mit mir selbst bemerkbar gemacht. Ich habe mir nicht erlaubt, glücklich zu sein und dachte, ich verdiene es nicht. Meine Selbstliebe und Selbstvertrauen waren weit unter dem Gefrierpunkt gelandet.

Selbstsabotage, Selbstmanipulation und Flucht vor allem, was unangenehm ist, waren meine Strategien. Sie haben auch eine Zeit lang gut funktioniert, aber eben kurz! Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich immer noch auf der Flucht bin.

Du hast es aus dieser langen und sehr schwierigen Phase irgendwann heraus geschafft. Was hat dir am meisten dabei geholfen, oder gab es sogar ein Schlüsselerlebnis?

Meine Familie und das Wir-Gefühl. Wir haben eine sehr starke Verbundenheit, die in unserer Mentalität und Kultur verankert ist. Ich habe in meinen dunkelsten Lebensphasen diese Liebe und Verbundenheit gespürt. Sie war wie ein starkes Seil, das mich aus der Dunkelheit wieder ins Licht hinauf gezogen hat.

Ein bestimmtes Schlüsselerlebnis gab es nicht. Es waren eher viele kleine Erlebnisse und Erfahrungen, die mich nach und nach zum Kernthema meiner Probleme geführt haben. Ein Teil von mir war noch in meiner Heimat geblieben und erst gar nicht nach Deutschland mitgekommen. Die größte Herausforderung war, diese Anteile wieder miteinander zu vereinen.

Du musst dir das so vorstellen: Ich habe jahrelang einen Spagat gemacht. Ich stand mit einem Bein im Iran und mit dem anderen in Deutschland. Dass das nicht lange gut gehen kann, ist ja wohl klar.

Nach einem langen Prozess und viel Arbeit war die Lösung diese: Iran ist und bleibt meine Heimat, daran ist nichts zu rütteln. Aber mein Zuhause, das ist heute definitiv Deutschland.

Würdest du sagen, dass du die Flucht inzwischen komplett verarbeitet hast? Und welche Bedeutung nimmt sie im Nachhinein für dein gesamtes Leben ein?

Ich dachte zuerst auch, dass ich diese Flucht und die Erfahrungen unbedingt verarbeiten muss. Aber weißt du, so ein Ereignis kannst du nicht einfach verarbeiten und dann zu den Akten legen. Der einzige Weg ist, damit leben zu lernen.

Du musst die Stärken aus dieser Erfahrung herausfiltern und sie als einen wichtigen Teil deiner Lebensgeschichte anerkennen. Diese Erfahrung braucht einen würdigen Platz im Schrank deiner Lebens-Trophäen.

Auf meiner Flucht war ich so stark und tapfer wie nie wieder in meinem Leben. Diese 4 Tage haben mich so geprägt wie kein anderes Ereignis. Darin stecken eine Menge Schätze verborgen. Mein Flucht ist heute der Grundpfeiler meiner Lebensgeschichte und meiner Stärken. Immer wenn ich mich schwach, unsicher oder hilfslos fühle, denke ich an diese Zeit.

Dann erscheint alles andere nicht mehr so wichtig und so ernst. Ich habe das alles überstanden und zu einem zufriedeneren Leben gefunden. So schnell kann mich nichts mehr umhauen.

Woran hast du das gespürt, dass du dich nach 20 Jahren endlich so richtig in Deutschland angekommen gefühlt hast?

Ich habe es daran gespürt, dass der innere Kampf in mir aufgehört hat. Meine deutschen und iranischen Anteile haben sich versöhnt, und jeder hat seinen eigenen berechtigten Platz bekommen. Mein Leben wurde ruhiger, und ich kann mich nun auf das fokussieren, was mir wirklich wichtig ist.

Deutschland ist für mich kein fremdes Land mehr und die deutsche Sprache keine Fremdsprache. Ich habe das Glück, zwei wundervolle Kulturen in mir zu vereinen und von beiden zu profitieren. Diese Kombination hat viel Potenzial, bringt aber auch eine Menge Verantwortung mit sich. Ich bin sozusagen die personifizierte Migration 🙂

Auf deinem Blog afschin.com schreibst du sehr einfühlsam und manchmal geradezu poetisch über Minimalismus, also die Schönheit und Vorzüge des einfachen Lebens. Ich persönlich habe das Gefühl, dass viele Menschen in Deutschland davon noch ein gutes Stück entfernt sind. Wie siehst du das?

Minimalismus ist ein sehr wichtiges Thema für mich. Ich meine aber nicht, dass wir uns dem Konsum komplett entsagen müssen. Konsumieren ist für unser Dasein notwendig, und ein gesundes Maß an Konsum macht sogar glücklich. Ich appelliere für einen bewussten und nachhaltigen Konsum.

Minimalismus ist ein sehr individuelles Thema. Jeder muss für sich entscheiden, wo er anfangen will und wie weit er damit gehen will. Ich finde nicht, dass die Menschen in Deutschland weit davon entfernt sind. Ich spüre in meiner Umgebung, so wie durch Kommentare und Feedbacks meiner Leser, dass sich viele Menschen darüber Gedanken machen.

Es herrscht meiner Meinung nach eine falsche Vorstellung von Minimalismus. Die meisten denken, sie müssen alles verkaufen und alles loswerden und wie ein armer Bettler leben. Minimalismus bedeutet, Ballast loszuwerden, und den meisten Ballast haben wir in unseren Köpfen gesammelt. Das sind falsche Vorstellungen, Vorurteile und Groll gegenüber anderen.

Wenn du mit diesen Dingen in deinem Kopf und Geist aufräumst, dann wird sich der äußere Ballast automatisch regeln. Das, was du draußen ansammelst, ist nur ein Spiegelbild dessen, was du in deinem Inneren angesammelt hast.

Deshalb fängt für mich Minimalismus im Kopf an. An diesem Punkt stehen gerade viele Menschen. Ich bin mir sicher, dass sich in den nächsten Jahren einiges tun wird. Dazu brauchen wir viel Geduld, Liebe und Verständnis füreinander. Wir müssen uns auf diesem Weg auch Fehler und Niederlagen erlauben.

Wie viele deiner eigenen Erfahrungen aus deiner spannenden Lebensgeschichte bringst du auf dem Blog unter? Ist das Schreiben sogar ein Stück weit Therapie?

Ich bin mein Blog. Er besteht zu 100 Prozent aus meinen Erfahrungen, und dabei spielt meine Lebensgeschichte die wichtigste Rolle. Ich schreibe über keine Themen und Erfahrungen, die ich nicht selbst gemacht und erlebt habe. Jedes Wort, das ich schreibe, habe ich am eigenen Leib gespürt, gefühlt und erfahren. Jedes Wort bin ich.

Meine Beiträge sind die Essenz meiner Erfahrungen, komprimiert und auf das Wesentliche reduziert. Und die Botschaft ist: Du bist dein Guru, vertraue deiner eigenen Weisheit, lebe achtsam und sei wunderbar!

Immer wieder taucht das Thema Meditation bei dir auf. Kannst du meinen Lesern sagen, warum Meditation so wichtig ist und warum das am besten jeder ausprobieren sollte?

Ich habe Meditation bei meinem Meditationslehrer gelernt, einem buddhistischen Mönch, von dem ich auch in meinen Blogbeiträgen viel erzähle. Meditation bringt dich zu dir und zu deiner eigenen Mitte zurück – dort, wo du dich mit deiner Lebenskraft verbinden kannst.

Mein Meditationslehrer sagte einmal: Beim Gebet sprichst du zu Gott. Bei der Meditation wirst du still und lässt den Gott zu dir sprechen. Ich finde dieses Bild, dass Gott zu mir spricht, wunderschön.

Das Leben im Westen ist sehr schnell geworden. Im Alltag verfolgen Menschen viele Ziele und erledigen ständig Aufgaben. Bei der Meditation hast du kein Ziel. Du lässt los, und so kann dein Geist zur Ruhe kommen und sich entspannen. Die Meditation ist deshalb wichtig, weil wir uns wieder auf das Wesentliche im Leben konzentrieren können.

Zum Schluss die Frage, die an alle Interviewpartner geht: Das beste Mittel gegen die Angst ist …

… sie zu küssen. 🙂 Wenn du deine Angst leidenschaftlich küsst, dann wird deine Liebe sie zum Schmelzen bringen. Nur deine Liebe kann deine Angst besiegen, sonst nichts!

Vielen Dank, Afschin, für das Interview!

Du interessierst dich für alle Teile der Serie “Nur Mut!”? Hier findest du sie:

  1. Alleinreisen
  2. Panikattacken
  3. Der Experte Dr. Dogs
  4. Selbstständigkeit und Existenzsorgen
  5. Der Abenteurer
  6. Flucht aus der Heimat
  7. Höhenangst
  8. Mit einer Behinderung leben
  9. Ein Buch schreiben
  10. An der Mut-Tour teilnehmen

 

17 Kommentare

  1. Veröffentlich von Nuria am 3. Dezember 2014 um 18:04

    Hallo Mischa

    Das ist ein sehr schönes Interview mit Afschin, was du da gemacht hast. Es muss damals auch für die Eltern nicht einfach gewesen sein, den 17jährigen Sohn alleine loszuschicken, denn es hätte ja auch schiefgehen können. Ich habe gerade gestern noch mit einer jungen Iranerin gesprochen, die bei mir Deutsch lernt und deren Mann auch mit 17 nach Deutschland geflüchtet ist. Sie selber ist zum Glück ganz normal gekommen und hatte vorher in Dubai gearbeitet. Aber in den Iran zurückzukehren kann sie sich nicht vorstellen, auch wenn sie in Deutschland manchmal traurig ist und Heimweh hat.

    Liebe Grüße,
    Nuria

    • Veröffentlich von Mischa am 3. Dezember 2014 um 20:59

      Hi Nuria,

      freut mich sehr, dass es dir gefallen hat.

      Ich denke, dass solche Momente für jeden Einzelnen eine wahnsinnige Prüfung sind. Wenn ich daran denke, was wir in unserer wohlstandsverwöhnten Gesellschaft da manchmal zu Problemen erklären, die gar keine sind …

      Ich ziehe auf alle Fälle meinen Hut vor Afschin, wie er das alles gemeistert hat.

      Liebe Grüße

      Mischa

  2. Veröffentlich von Raphael K am 3. Dezember 2014 um 22:13

    Hallo Mischa, hallo Afschin

    großartiges Interview! Wow.

    Da bleibt mir kurz die Sprache weg… was ich sagen kann: es hat mich berührt. 🙂

    LG
    Raphael

    • Veröffentlich von Mischa am 4. Dezember 2014 um 11:56

      Hallo Raphael,

      wow, das ist das größte Kompliment, das du uns beiden machen kannst 🙂

      Liebe Grüße

      Mischa

  3. Veröffentlich von Afschin am 4. Dezember 2014 um 19:19

    Hey Mischa,

    An dieser Stelle noch mal vielen Dank für deine Mühe. Aber auch für die Zeit, die du mir eingeräumt hast. Durch dieses Interview ist mir auch noch mal klar geworden, welcher Einschnitt dieses Ereignis in meinem Leben war, manchmal vergesse ich es.

    Durch deine Fragen sind auch ein paar kleinere Ängste aus dieser Zeit hochgekommen, die sich ganz schön raffiniert versteckt hatten. Jetzt ist Zeit auch ihnen ADIOS zu sagen 😉

    DANKE!
    Afschin

    • Veröffentlich von Mischa am 5. Dezember 2014 um 12:23

      Hi Afschin,

      nein, nein, ich habe zu danken 🙂 Und ich freue mich deswegen so darüber, weil ich mich getraut habe, dich nach dem Interview zu fragen. Früher hätte ich wahrscheinlich gedacht “Der will bestimmt eh nicht darüber reden” …

      Und dann sagen wir heute doch einfach mal Adios! zu diesen kleinen, raffinierten Ängsten – das kann man nicht oft genug tun 🙂

      Ganz liebe Grüße

      Mischa

  4. Veröffentlich von Nils Terborg am 10. Dezember 2014 um 14:35

    Heyy ihr beiden!

    Wow, großartige Story! Ich habe versucht, mich da ein bisschen reinzufühlen, aber konnte das nur ansatzweise. Ich kann mir nur sehr grob ausmalen, wie so eine Erfahrung das Leben prägt.

    Bin gespannt auf das Buch!

    LG, Nils

    • Veröffentlich von Mischa am 10. Dezember 2014 um 16:05

      Hi Nils,

      danke für dein Lob!

      Ich freue mich auch schon auf Afschins Buch, denn schließlich konnte er alles hier nur anreißen. Für mich war das Intensive, wie sehr und wie lange so ein zentrales Ereignis einen beschäftigt und sich eben nicht verdrängen lässt. Und dass sich Afschin dem ganzen Prozess immer wieder gestellt hat und eine gute Lösung gefunden hat.

      LG
      Mischa

  5. Veröffentlich von Gertraud am 17. Dezember 2014 um 14:29

    Hallo Mischa, hallo Afschin,
    ich kann mich dem Kommentar von Raphael nur anschließen. Auch mich hat dieses Interview sehr berührt . Vielen Dank das Ihr den Mut dazu hattet.
    Liebe Grüße
    Gertraud

    • Veröffentlich von Mischa am 17. Dezember 2014 um 16:14

      Hallo Gertraud,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das dicke Lob!

      Und im Mut haben sind Afschin und ich ganz gut 🙂

      Liebe Grüße

      Mischa

  6. Veröffentlich von #10: Interview mit Afschin Kamrani | MonatsMob am 19. Dezember 2014 um 19:21

    […] Afschin über seine Flucht aus dem Iran auf Adios-Angst: http://www.adios-angst.de/flucht-aus-der-heimat/ […]

  7. Veröffentlich von Bastian am 5. Juli 2015 um 20:48

    Ein wirklich bewegendes Interview von 2 Männern, die mit Worten umgehen können… Große Klasse.

    • Veröffentlich von Mischa am 6. Juli 2015 um 22:08

      Hi Bastian,

      da sag ich doch mal stellvertretend für uns beide: Ganz lieben Dank!

      Viele Grüße

      Mischa

  8. Veröffentlich von Marie am 9. September 2015 um 19:45

    Hallo Mischa, hallo Afschin,

    herzlichen Dank für dieses doch so persönliche Interview! Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und sagen, dass es mich tief berührt hat.
    Vor allem die letzte Frage mit der Angst – ich habe Gänsehaut!

    Danke euch beiden und alles Gute!
    Marie

    • Veröffentlich von Mischa am 10. September 2015 um 17:35

      Hi Marie,

      auch im Namen von Afschin ganz großen Dank für deine lieben Worte. Ich bin auch immer wieder begeistert, was er für wunderbare Sätze heraushaut, die einen oft tief berühren oder sehr nachdenklich machen.

      Liebe Grüße

      Mischa

  9. Veröffentlich von carol nowitzki am 11. September 2015 um 8:18

    Hallo Mischa, hallo Afschin, ich werde immer mehr bewust wie gut es uns hier geht. Ich lebe in Sicherheit, kann meine Meinung frei auessern und reisen wohin ich will. Es beruehrt mich sehr dass es immer mehr Menschen gibt die Alles aufgeben weil sie nicht mehr im eigenen Land leben koennen. Ich selber bin aus Amerika nach Deutschland gekommen mit 16. Man geht oefters im Leben weg in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Aus eine ungute Arbeit, aus eine schlechte Ehe, aber was ihr zwei an Mut bewiesen habts aus der Not heraus ist unvorstellbar. Die Menschen die deswegen zu uns kommen sollte man mit offenen Armen begruessen und helfen. Daraus koennen wir lernen dankbar zu sein und bewusst jeden Tag geniessen weil es uns so gut geht, und nicht ueber Kleinigkeiten aergern sondern die Welt da wo wir leben ein bisschen heller zu machen, auch wenn ich nur der Mensch neben mir ein Laecheln schenke und die Hand reiche. Liebe Gruesse Carol

    • Veröffentlich von Mischa am 11. September 2015 um 8:57

      Hallo Caro,

      das sind sehr schöne, liebevolle Worte von dir. Ich bedanke mich von Herzen und stimme dir zu, dass jeder von uns an jedem Tag die Welt ein kleines bisschen heller machen kann. Ich begreife oft nicht, dass die Menschen sich in unserem Land über jede Kleinigkeit aufregen, obwohl sie im Vergleich zum Rest der Welt in Saus und Braus leben.

      Noch eine Anmerkung: Nur Afschin ist geflüchtet. Und auch ich bewundere seinen unglaublichen Mut, den er aufgebracht hat. Ich selbst musste zum Glück so etwas noch nicht durchmachen.

      Vielen Dank für deinen Kommentar und ganz liebe Grüße

      Mischa

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